Sonntag, 2. April 2017

(Leseeindruck) "Diabolic - Vom Zorn geküsst" von S.J. Kincaid

 
 
Die ersten Seiten hat die Autorin gleich genutzt, um uns das Wesen der Diabolics vor Augen zu führen und uns wissen zu lassen, womit wir es zu tun haben. Wir lernen unsere Protagonistin Nemesis vor ihrer Prägung kennen, als sie nur von ihren Urinstinkten geleitet wurde und mehr Tier als Mensch ähnelte. Sie ist gefährlich und absolut tödlich, da sie kein Erbarmen oder Gnade kennt. Nach ihrer Prägung ist sie das zwar immer noch, aber nun gibt es nichts Wichtigeres sie als Donia zu beschützen.

Im ersten Kapitel begann schließlich die eigentliche Geschichte, wo sich immer wieder zeigt, wie gut es ist, dass Donia Nemesis an ihrer Seite hat. Donias Vater beschäftigt sich verbotenerweise mit Wissenschaft und spricht sich immer wieder dafür aus, dass alle Menschen des Imperiums darin unterrichtet werden sollten, womit er den Unmut des Kaisers auf sich zieht. So ist nicht nur sein Leben, sondern auch Donias immer wieder in Gefahr. Schließlich hat der Imperator den Kaiser ein Mal zu viel herausgefordert. Wie der Kaiser aber nun mal so ist, bestraft er den Imperator nicht direkt. Stattdessen zitiert er Donia an den kaiserlichen Hof. Da ihre Mutter zurecht befürchtet, dass der Kaiser Donia für die Ketzerei ihres Vaters bestrafen wird, wird Nemesis auf die Reise geschickt. Und obwohl sie dafür bestens vorbereitet wird, ist größte Vorsicht angesagt.

Ich fand den Weltentwurf von S.J. Kincaid sehr interessant und er war mitunter auch das, was mich an die Seite gefesselt hat (wobei ich sagen muss, dass die Ereignisse am Hof des Kaisers nicht weniger spannend waren). Während die einfache Bevölkerung, auch als „Überschuss“ bezeichnet, auf Planeten leben und verschmutzter Luft, Krankheiten und der Sonnenstrahlung ausgesetzt sind, lebt die Oberschicht auf Raumschiffen und ist vor all dem geschützt. Maschinen erledigen und reparieren alles und das seit jeher. Warum sollte man sich daher Gedanken darüber machen, was passiert, wenn die Maschinen auf einmal kaputt gehen?

Am Hof des Kaisers angekommen, war selbst Nemesis ab und zu überrascht von dem, was sie dort erlebt. Hier lauert wirklich hinter gefühlt jeder Ecke eine Gefahr, was daran liegt, dass es jede Menge Leute gibt, die ihren Spaß daran haben Intrigen zu spinnen. Selbst der Kaiser ist absolut unberechenbar und daher immer wieder gut für kleine und große Grausamkeiten. Ich habe mich manches Mal gefragt, ob es für ihn überhaupt eine Grenze gibt. Meine Nerven waren wirklich angespannt, da ich nicht wusste, wann er erneut zuschlägt und welche Konsequenzen es haben wird. Und dann wäre da noch Tyrus, der Neffe des Kaisers, der immer wieder für Aufregung sorgt. Ich war mir lange Zeit nicht sicher, was ich von ihm halten soll und ob es gut ist, dass Nemesis mehr und mehr Zeit mit ihm verbringt, ja sich sogar mit ihm zusammen tut.

Einige unerwartete Wendungen und Überraschungen, haben die Spannung immer neu entfacht bzw. aufrecht gehalten.

Anfangs ist es mir schwer gefallen eine Verbindung zu Nemesis aufzubauen, da sie einen mit ihrer nüchternen und sachlichen Art, auf Distanz hält. Mit der Zeit habe ich jedoch Sympathie für sie entwickelt. Vor allem hat es mir gefallen, dass sie so einen wachen und scharfsinnigen Verstand hat und stets einen klaren Kopf behält. Im Laufe der Geschichtesind bei mir immer mehr Zweifel aufgekommen, ob Nemesis wirklich die seelenlose Kreatur ist, für die sie alle - außer Donia – halten. Je länger sie am Hof war, desto mehr war sie mit sich allein. Ihre Konzentration lag nicht ständig darauf Donia um jeden Preis beschützen zu müssen. Es war zu beobachten, wie sich ihre Persönlichkeit langsam aber sicher entfaltet hat. Sie hat herausgefunden, dass sie nicht nur Wut und Zorn, sondern auch andere Gefühle empfinden kann. Diese anderen Gefühle, die sie bis dahin nicht kannte, haben sie zunächst überfordert und sie musste erst einmal lernen sie ergründen sowie zu interpretieren.

So fesselnd und mitreißend die letzten Kapitel und Seiten auch waren, haben die Ereignisse zu Ende einen bitteren Beigeschmack bei mir hinterlassen, sodass ich nicht vollkommen zufrieden aus dem Buch gegangen bin.

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- Sarina