Mittwoch, 22. Februar 2017

(Leseeindruck) "Wir fliegen, wenn wir fallen" von Ava Reed

 
 
Als ich „Wir fliegen, wenn wir fallen“ entdeckt habe, war ich vom Cover total hin und weg. Nach dem ich den Klappentext gelesen hatte, war mein Interesse sogar noch größer. Allerdings war ich auch ein wenig skeptisch, da ich schon das eine oder andere Mal ein Buch gelesen habe, in dem die Protagonisten eine Art Hass-Liebe verbindet. Was anfangs noch amüsant ist, kann schnell nervig werden. Als ich mit lesen anfangen habe, hat mir die Geschichte jedoch so gut gefallen, dass ich einfach mal 11 Kapitel am Stück verschlungen habe. Und wäre ich nicht zu müde gewesen (es war morgens um halb eins), hätte ich noch viel weiter gelesen. Die Geschichte hat mich einfach gefesselt!

Die ersten Seiten, die aus der Sicht von Yara erzählt werden, haben mir einen dicken, fetten Kloß im Hals beschert. Die traurige und schwermütige Atmosphäre, die dort geherrscht hat, hat super das Innenleben unserer Protagonistin wiederspiegelt. Obwohl seit dem Tod ihrer Eltern schon viele Monate vergangen sind, ist die Trauer immer noch so groß wie am ersten Tag. Glücklich ist Yara nur, wenn sie bei Phil im Altersheim ist und mit ihm Zeit verbringen kann. Während sie ihm vorliest, da er es selbst nicht mehr kann, ist der alte Mann für sie da und spendet ihr Trost. In der letzten Zeit ist er ihr bester Freund geworden. Er versteht ihren Kummer. In seiner Gegenwart kann sie sie selbst sein.

Im zweiten Kapitel machen wir die Bekanntschaft mit Noel. Bei ihm sieht es nicht besser aus wie bei Yara, wobei bei ihm vor allem Wut und Zorn die vordergründigen Gefühle sind. Er ist alles andere als zufrieden mit seinem Leben. Wie ich verstanden habe, hat er einige Zeit im Heim verbracht und ist erst vor kurzem dort rausgekommen. Er hatte große Pläne und die Hoffnung, dass jetzt alles besser werden würde, aber dem war nicht so. Anstatt eines Ausbildungsplatzes hat er nur eine Stelle bei McDonalds gefunden. Seine Wut und sein Zorn richten sich nur gegen ihn selbst oder seine Mutter, die ihn verlassen hat, sondern auch gegen seinen Großvater Phil.

Bei seinem nächsten Besuch kommt es zum Streit zwischen den beiden, infolgedessen Phil einen Herzinfarkt erleidet und stirbt. Das hat mich noch einmal tief berührt, da Yara schon wieder eine Bezugsperson verloren hat und Noel nun ganz alleine ist. Allerdings hat sich Phil etwas für die beiden ausgedacht…Sowohl Yara als auch Noel erhalten eine Liste mit zehn Dingen, wie z.B. Eine Nacht unter den Sternen schlafen, die Phil gerne gemacht/erlebt hätte. Diese Dinge sollen die beiden zusammen erfüllen. Die Begeisterung hält sich auf beiden Seiten erst einmal in Grenzen. Phil zuliebe wollen sie es aber versuchen.

Die Antipathie, der beiden für den jeweils anderen, ist vor allem von Noel ausgegangen. Das lag zum einen daran, dass er ein schlechtes Gewissen hatte, da er Phil so selten besucht hat, obwohl er das einzige an Familie war, das er noch hatte. Zum anderen war er eifersüchtig auf Yana, da er es eigentlich hätte sein müssen, der an Phils Bett hätte sitzen und ihm vorlesen sollen. Vielleicht hatte er auch das Gefühl, dass Yara ihm einen Teil von Phil wegnehmen möchte. Ich konnte sein Verhalten jedenfalls verstehen, auch wenn ich ihn gerne dafür gescholten hätte. Er war teilweise echt gemein zu Yana. Gut, dass Yara sich nicht alles hat gefallen lassen, sondern ihm auch mal die Meinung gegeigt hat. Als sie beginnen die einzelnen Punkte abzuarbeiten, findet langsam aber sicher einer Annährung zwischen ihnen statt und sie erkennen, dass sie gar nicht so verschieden sind. Da in mir ein kleines Romantikherz schlägt, habe ich mir natürlich gewünscht, dass sie sich näher kommen und im weiteren Verlauf vielleicht mehr füreinander empfinden...

Yara hat für zusätzlich Interesse bzw. Neugier gesorgt, da sie sich immer wieder die Schuld am Unfall ihrer Eltern gegeben hat. Ich war gespannt zu erfahren, warum sie so denkt und was damals genau vorgefallen ist.

Leider muss ich sagen, dass ich im Laufe der Geschichte doch hier und da ein wenig genervt von ihnen war. Der Grund hierfür war allerdings, dass ich wollte, dass sie endlich zueinanderfinden, anstatt sich weiterhin anzugiften. Auch fand ich, dass das eine oder andere ein wenig zu schnell ging. Yara z.B. hat mir ihre Schuldgefühle viel zu plötzlich abgelegt. Die Kritikpunkte haben jedoch nichts an der Tatsache geändert, dass ich die Geschichte richtig schön fand und sie so gerne gelesen habe. Ich habe so viel gefühlt und mich hat so viel berührt. Darüberhinaus hat es mir so viel Spaß gemacht, die einzelnen Orte, an denen Yara und Noel waren, gemeinsam mit ihnen zu erkunden. Und da ich so viel Spaß hatte, werde ich „Wir fliegen, wenn wir fallen“ sicher irgendwann noch einmal lesen ♥

Ava Reed ist es gelungen wahre Emotionen in die Geschichte einzuflechten und sie so authentisch herüberzubringen. Auch die Gedanken und Gefühle der Charaktere hat sie sehr gut dargestellt, sodass man sie jederzeit nachvollziehen konnte. Die Charaktere waren gut gezeichnet und ebenfalls sehr authentisch. Ich hatte sie nach kurzer Zeit in mein Herz geschlossen. Ach ja die Kapitelanfänge fand ich auch wunderschön :)

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- Sarina