Montag, 13. Februar 2017

(Leseeindruck) "Chasing Home - Mit dir allein" von Abbi W. Reed

 
 
Eigentlich wollte ich „Chasing Home“ nur kurz reinlesen, doch dann konnte ich irgendwie nicht mehr aufhören. Und spätestens als Lincoln und Chase aufeinandergetroffen sind, wollte ich meine E-Reader auch gar nicht mehr aus der Hand legen. Lincoln und Chase haben zunächst keinen guten Start miteinander. Chase scheint aus irgendeinem Grund, den weder Lincoln noch ich verstehen konnte, wahnsinnig wütend auf Lincoln zu sein. Außerdem macht er ihm Vorwürfe, weshalb er erst jetzt – nach dem Tod seines Vaters –bei ihm zu Hause auftaucht und sich für ihn interessiert. Dieses Verhalten fand ich absolut fies, da Lincoln auf den vorherigen Seiten und Kapiteln deutlich gemacht hat, dass sein Vater Zeit seines Lebens kein Interesse an ihm hatte. Mit sieben Jahren hat er zum letzten Mal von ihm gehört. Dass sein Vater da keine große Rolle in seinem Leben spielt, ist doch verständlich. Etwas später kommen wir jedoch hinter die Gründe für Chase Verhalten und danach konnte ich ihn auf jeden Fall besser verstehen. Lincolns Vater war für ihn sein Vater, auch wenn Chase nicht sein leiblicher Sohn war. Er hat seinen Vater geliebt, hatte jedoch immer Angst diese Liebe zu verlieren, wenn Lincoln bei ihnen auf der Matte stehen würde.

Die Autorin hat sowohl Lincolns als auch Chase Gefühle absolut nachvollziehbar dargestellt, wenn ich auch sagen muss, dass ich mehr mit Lincoln mitgefühlt und mitgelitten habe. Wenn er sich verletzt gefühlt hat, dann habe ich das auch. Wenn er Herzschmerz hatte, hatte ich den auch. Und wenn er sich gefreut hat, Hoffnungen gemacht etc., dann habe ich das auch. Das lag zum einen natürlich daran, dass wir die Geschichte aus seiner Sicht erzählt bekommen und man sich ihm daher einfach näher fühlt. Ein anderer Grund war, dass ich mir bei Chase bis zum Schluss nicht sicher war, ob ich ihm mag oder nicht. Er hat sich nämlich mehr als einmal total daneben benommen und ist auf Lincolns Gefühlen herum getrampelt – und zwar mit voller Absicht.

Zwischen Chase und Lincoln war von Anfang an eine gewisse Spannung bzw. Anziehung zu spüren. Und als beide ihr nachgeben haben, ging es ziemlich leidenschaftlich zwischen ihnen her. Ich war und bin zwar nicht der größte Fan von Chase, aber zusammen mit Lincoln hat er mir wirklich gut gefallen. Ich fand auch, dass die beiden gut zusammenpassen. Sie sind sich in vielem ähnlich, haben aber auch genug Gegensätze. Was ich vielleicht bemängeln könnte, wäre, dass bei mir der Funke nicht vollends übergesprungen ist.

Lincoln hat im Laufe der Geschichte eine schöne Entwicklung durchgemacht. Durch seinen Aufenthalt im Haus seines Vaters, ist er ihm nach und nach näher gekommen und konnte zumindest einen Eindruck davon gewinnen, was für ein Mann er war. Dass hat ihm schließlich auch geholfen Frieden mit ihm, sich selbst und seiner Vergangenheit zu schließlich.

Naja und dann kam der wohl schlimmste Moment überhaupt in diesem Buch, nach dem nicht nur Lincoln, sondern auch ich mit gebrochenem Herzen dastand. Ich hatte zwar mit so was in der Art gerechnet, der Spannung- und Dramatikhalber, aber das ein alter Konflikt noch mal neu aufgewärmt wurde, fand ich ein wenig unnötig. Ich dachte nämlich, dass wir das längst abgehakt hätten. Trotzdem war danach noch einmal mitfiebern und hoffen angesagt.

Was ich ein bisschen schade fand, dass die Geschichte nur so kurz war. Gerade zu Ende hätte ich gerne ein paar Seiten mehr gehabt. Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass die Entschuldigung eines gewissen Jemanden etwas ausführlicher ausgefallen wäre. Dafür was er sich erlaubt hat, war diese ein wenig zu dürftig. Für mich ist er viel zu einfach aus der ganzen Sache wieder herausgekommen.

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- Sarina