Mittwoch, 22. Mai 2013

(Rezension) "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green

 
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„Krebsbücher sind doof“, sagt die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander - trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch.

John Greens Schreibstil ist einfach wunderschön – ich würde ihn sogar fast als poetisch bezeichnen! Aber gerade weil er so schön und bildhaft (verwendet viele Metaphern) schreibt und ein paar Wörter verwendet hat, die ich nicht verstanden habe, ließ sich das ganze Buch nicht allzu flüssig lesen. Ich musste mich schon ziemlich konzentrieren, um jede Anspielung, sowie Hazel und Gus komplizierten Gedanken um den Tod, das Universum etc. folgen zu können. Nichtsdestotrotz nimmt einen die Geschichte schlichtweg gefangen, obwohl jetzt keine ausgeprägte Spannung vorhanden ist. Man will einfach erfahren, wie es mit den Protagonisten weiter geht.


Kennt ihr das? Ihr seid von einem Buch restlos begeistert, wisst aber nicht wie ihr eure Begeisterung in Worte fassen sollt…Genauso geht es mir im Moment :) Obwohl es schon ein bisschen her ist, dass ich dieses Buch gelesen habe, sind die Gefühle, die während dem Lesen in mir ausgelöst wurden, immer noch präsent.

Was ich euch verraten kann: „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist auf keinen Fall so traurig wie es das Thema Krebs vermuten lässt. Im Gegenteil! Für mich ist es ein sehr positives Buch, das die Krankheit zwar ernst nimmt, jedoch von keiner bedrückenden Atmosphäre durchzogen ist. Natürlich habe ich auch einige Tränen vergossen, (was bei mir wirklich selten vorkommt, obwohl ich ein sehr emotionaler und sensibler Mensch bin), aber die schönen Erlebnisse haben stets die Oberhand behalten, was zum größten Teil den wunderbaren Charakteren zu verdanken ist. Trotz ihrer traurigen Geschichten schließt man sie einfach sofort in sein Herz und möchte sie am Ende gar nicht mehr gehen lassen. Ja…Hazel, Gus und Issac sind unheilbar krank, haben deshalb aber nichts an ihrer Hoffnung und ihrer Lebensfreude eingebüßt. Sie versuchen das Beste aus ihrer Situation zu machen und genießen jeden einzelnen Tag.

Hazel war mir mit ihrer sarkastischen Art vom ersten Moment an sehr sympathisch. Da die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt wird, konnte ich mich gut in sie hineinversetzen und ihre Sicht der Krankheit gut verstehen. Größtenteils, vor allem im Bezug auf ihre Denkweise über die Welt, den Tod und das Leben, hat sie recht erwachsen für ihr Alter gewirkt. Am meisten bewundert habe ich an ihr jedoch, wie offen sie mit ihrer Krankheit umgeht und versucht soweit es möglich ist ein normales Leben zu führen. Ich weiß nicht, ob ich genauso handeln würde. Hazel gibt die Hoffnung und den Mut nie auf…Dafür hat sie meinen vollen Respekt, denn ich bin mir sicher, dass es bestimmt Tage gibt an denen sie am liebsten aufgeben würde.

Augustus, genannt Gus, ist wirklich ein toller Typ. Er ist nett, herzlich, total lustig…Ach ich könnte stundenlang von ihm schwärmen<3 Ich glaube als Leser muss man einfach seinem Charme verfallen. Mir ging es jedenfalls so^^ Sein Humor und seine Sprüche haben mich immer wieder aufgeheitert und zum Lachen gebracht. Wie gerne würde ich ihm einmal persönlich begegnen.

Isaac ist ein Freund von Gus und nimmt eigentlich nur eine Nebenrolle in Anspruch. Trotzdem möchte ich ihn erwähnen, da er für mich der stille Held dieser Geschichte ist. Er hat mich unglaublich beeindruckt und mitgerissen, außerdem hat mich seine Krankheit sehr berührt. Isaac leidet an einem seltenen Augenkrebs, weswegen ihm schon ein Auge entfernt werden musste und jetzt steht er kurz davor, dass zweite auch noch zu verlieren. Darüber hinaus muss er sich damit abfinden, dass seine Freundin mit ihm Schluss gemacht hat.

Am besten gefallen hat mir die Liebesgeschichte zwischen Hazel und Gus, zu einem weil ich finde, dass die beiden super zusammen passen und sich richtig toll ergänzen. Die Chemie zwischen ihnen stimmt einfach, und zum anderen, da es nicht von Anfang an die „Liebe-auf-den-ersten-Blick“ ist, sondern sich ganz still und heimlich entwickelt.

Was ich nicht ausschweigen möchte: Natürlich geht es in "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" auch ums sterben. Das war mir allerdings von Anfang an klar, da die Auseinandersetzung mit dem Tod einfach zu Krebs dazugehört. Im hinteren Teil spielt sich diesbezüglich eine Wendung ab, die mich trotz allem echt überrascht und mitgenommen hat.


Mit „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ erzählt John Green eine tiefgründige und zugleich emotionale Geschichte, die mich sehr berührt hat und noch lange nach Abschluss in meinem Gedächtnis geblieben ist. Es wird zwar ein sehr schwieriges und trauriges Thema behandelt, doch ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl von Traurigkeit in mir. Im Gegenteil! Hazels und vor allem Gus lebensfrohe Art konnte mir trotz allem ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Ich kann dieses Buch jedem nur ans Herz legen (auch denjenigen, die wie Hazel finden, dass Krebsbücher doof sind^^), da es meiner Meinung nach etwas ganz besonderes ist. Die Krankheit wird nicht beschönigt, aber es wird gezeigt, dass Menschen wie Hazel trotz allem versuchen, so weit wie möglich ein normales Leben zu führen!
 
Lieblingsbuch



John Green, 1977 geboren, erlangte bereits mit seinem Debüt Eine wie Alaska (Hanser, 2007) Kultstatus unter jugendlichen Lesern. Das Buch wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. war es für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Darauf folgten die Jugendromane Die erste Liebe (nach 19 vergeblichen Versuchen) (2008) und Margos Spuren (2010), ebenfalls nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis und ausgezeichnet mit der Corine. Inzwischen wird Green mit Philip Roth und John Updike verglichen. Er lebt mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn in Indianapolis. Das Schicksal ist ein mieser Verräter, das in den USA schon vor dem Erscheinen ein Bestseller war, erschien bei Hanser. [Quelle: Verlagshompage Hanser]


 
 

Kommentare:

  1. Hi Rina, deine Rezension klingt toll ^^- ich hab mir vor ein paar Tagen ein Auszug von "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" im iBook-Store geholt und es heute durchgelesen. Das Buch finde ich bis dahin sehr gut und die Charaktere gefallen mir sehr (besonders August ^^) jedenfalls hab ich beschlossen das Buch zu kaufen. Danke, Tina 📚

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  2. Hallo,
    auch ich bin sooo begeistert von diesem Buch! Ist wirklich zu empfehlen!
    LG Mella

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  3. Huhu, ich hoffe, du hast nichts dagegen, dass ich deine Rezi auf meinem Blog verlinkt habe. Und zwar genau hier:

    http://nellysleseecke.blogspot.com/2015/07/das-schicksal-ist-ein-mieser-verrater.html

    Liebste Grüße, Nelly

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Hallo :)

schön das ihr auf meinem Blog gelandet seid! Wenn ihr wollt, dann könnt ihr mir einen Kommentar da lassen. Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen^^ Viel Spaß beim Stöbern!

- Sarina