Donnerstag, 11. April 2013

[Filmgedanken] Rubinrot


 Die 16 jährige Gwendolyn Shepard war schon immer das schwarze Schaf in ihrer Familie.
    Nicht nur weil sie als einzige Schwarzhaarige unter lauten Rotschöpfen aus der Reihe fällt, nein, sie ist zudem frech, eigenwillig und so gar nicht mädchenhaft. Ansonsten ist sie ein ganz normales
Mädchen, dass brav die Schule besucht und die meiste Zeit mit ihrer besten Freundin Leslie verbringt. Allerdings so normal wie es von außen den Anschein hat, ist ihr Leben dann doch nicht, denn Gwens Familie verbirgt seit jeher ein jahrhundertealtes Geheimnis: Ein ausgewähltes Gen innerhalb ihrer und der Familie de Villiers zwingt die sehr wenigen Auserwählten regelmäßig Zeitsprüngen in die Vergangenheit zu unternehmen. Und genau so eine Auserwählte soll ihre Cousine Charlotte
angeblich sein, weshalb sie ihr Leben lang in Dingen, wie Fechten, Tanzen, Sprachen, Benehmen etc. unterrichtet, die für Reisen in die Vergangenheit von Bedeutung sind und Charlotte bestens auf ihren ersten Zeitsprung vorbereitet ist. Dumm nur, dass Charlotte das Gen überhaupt nicht besitzt, sondern Gwendolyn. Plötzlich findet sie diese im London der Vergangenheit wieder. Hilflos und total überfordert mit der ganzen Situation. Doch ob sie will oder nicht, nun liegt es an ihr eine Mission der Geheimloge zu Ende zu bringen. Begleitet wird sie hierbei von dem zwei Jahre älteren Gideon, mit dem sie sich anfangs überhaupt nicht versteht. Anfangs…





So nun habe ich es endlich auch noch in „Rubinrot“ geschafft :) Nachdem mich das Buch bereits begeistern konnte, musste ich den Film dazu natürlich auch sehen. Viele von euch haben es ja bereits vor mir ins Kino geschafft, waren nach ihrem Besuch jedoch eher enttäuscht, sodass ich es mir fast wieder anders überlegt hätte. Letztendlich hat die Neugier gesiegt, worüber ich jetzt hinterher total froh bin ;)

*Zur Handlung

Ja, Buchverfilmungen sind immer so eine Sache für sich… Den einen gefällt’s, den anderen nicht. Ich glaube man kann nie alle Leuten zufrieden stellen und so ist es auch wieder bei Rubinrot.

Die Handlung des Films ist an die des Buches nur angelehnt. Der Verlauf der Geschichte wurde sehr verändert, sodass einige Szenen an einer ganz anderen Stellen zu finden waren. Zu Beginn folgt der Plot noch in etwa dem Buch, aber ungefähr ab der Hälfte ist das meiste dazu erfunden und man erkennt nur noch einzelne bekannte Dialoge. Für den ein oder anderen mag das vielleicht enttäuschend gewesen sein, doch ich denke, die Drehbuchautoren hätten es nicht besser machen können. Ganz genau kann man ein Buch eh nie verfilmen und bei Rubinrot wäre das meiner Meinung nach auch gar nicht gegangen. Jeder, der das Buch gelesen hat, weiß, dass die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Gwen erzählt wird…Wie hätte das bitte umgesetzt werden sollen? Und auch sonst gibt es so viele Szenen, die im Buch gepasst haben, im Film jedoch in der Art und Weise nicht gewirkt hätten. Darum finde ich viele Änderungen total in Ordnung. Auch das etwas abgeschlossenere Ende hat mir eigentlich gut gefallen. Hätte der Film exakt wie das Buch geendet, hätten sich die meisten Kinobesucher wahrscheinlich sehr geärgert. So war der Cliffhanger noch einigermaßen erträglich.


Im Gesamten hat mir der Film genauso gefallen wie er war. Die Stimmung, die Spannung, das romantische Knistern zwischen Gideon und Gwen einfach alles, was Rubinrot ausmacht, wurden super übernommen. Ich bin direkt in die Geschichte abgetaucht, habe mit Gwen und Gideon mitgefiebert, mitgerätselt und mitgefühlt. Zu Lachen gab es auch einiges und dank den Änderungen gab es zudem einige Überraschungen. Die Special-Effekte waren zwar nicht Hollywood- Blockbuster-mäßig, aber für einen deutschen Film nicht schlecht – mal ausgenommen von der Szene, als der Kopf des Graf von Saint Germains in/ aus der Wand erschienen ist. Wäre ich nicht im Kino gesessen, hätte ich sicherlich laut losgelacht, denn diese Animation sah nur unecht aus.


* Die Schauspieler

Maria Ehrich hat die Rolle der Gwendolyn wirklich toll gespielt. Vor allem Gwens Tollpatschigkeit und ihr Humor kommen echt gut herüber :) Ich bin mit ihrer Besetzung echt super zufrieden!


Bei Jannis Niewöhner als Gideon war ich anfangs etwas skeptisch, doch im Verlauf des Films hat er mir irgendwie immer besser gefallen. Er hat dieses arrogant sein und besonders die Entwicklung Gideons super dargestellt.  Ja und auch optisch kann er sich durchaus sehen lassen^^


Das Wichtigste allerdings, die Chemie zwischen Gwen und Gideon hat für mich einfach gestimmt.   Allein die Dialoge und die spitzen Bemerkungen, die sie sich gegenseitig an den Kopf werfen sprühen förmlich über vor Sarkasmus. Eine meiner Lieblingsszenen, die Szene beim Inder, ist es alleine deswegen geworden.

Aber auch Laura Berlin hat ihre Sache als Charlotte echt gut gemacht. Ihr Charakter aus dem Buch wurde wunderbar wiedergegeben. Richtig schön biestig!

Ein absolutes Highlight war für mich allerdings Katharina Thalbach als Tante Maddie. Fast genauso habe ich sie mir vorgestellt: durchgeknallt, etwas seltsam, unheimlich neugierig und absolut liebenswert. Die Szene, in der sie diese Vision hatte…göttlich xD

Jennifer Lotsi sah zwar auf den ersten Blick nicht wie die Leslie aus, die im Buch beschrieben wird, dafür setzt sie ihren Charakter hunderprozentig um. Ich konnte nicht anders als sie zu lieben.


Ein zwei Charaktere haben mich etwas enttäuscht. Beispielsweise Lady Arista. Im Buch ist sie so eine einnehmende Persönlichkeit mit einem wirklich einschüchternden Auftreten. Im Film ist sie das wesentlich weniger. Auch Charlottes Mutter, Tante Glenda, ist im Gegensatz zur ihrer Buchschwester fast handzahm. Tja und James, gespielt von Kostja Ullman hätte ich gerne viel öfters gesehen, da er 1:1 in die Rolle gepasst hat. 



Ich könnte eigentlich noch stundelang weiter über den Film labern, aber das wollt ihr ganz bestimmt nicht alles hören. Was ich nur sagen kann: Schaut euch Rubinrot unbedingt an! Der Film ist wirklich toll! Klar, hat er seine Schwächen,  doch wenn ihr euch im Voraus bewusst seid, das Buch und Film nie vergleichbar sind, dann werdet ihr auf jeden Fall ganz viel Spaß haben. Die Hauptfiguren sind toll besetzt, die Kostüme, die Aufnahmen von London ein wahres Highlight und nicht zu vergessen die klasse Musik. Natürlich kommt auch die Spannung nicht zu kurz. Mir hat Rubinrot gefallen und ich würde ihn sogar ein zweites Mal anschauen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Nachfolgebände ganz schnell verfilmt!
 


Besucht doch mal die Website zum Film :) 

Kommentare:

  1. Hallo (:

    ich bin ja ein totaler Film-Gegner, wenn ich das Buch dazu gelesen hab... desshalb habe ich mich auch geweigert in Rubinrot zu gehen...

    aber deine Meinung hat mich jetzt ein wenig aufgeheitert, umgestimmt und vorallem neugierig gemacht- also werde ich mir wohl doch die DVD kaufen, sobald sie raus ist ((:

    liebe grüße Lole

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    1. Hi,
      ich kann deine Einstellung gut verstehen :) Umso schöner, dass ich die ein bisschen umstimmen konnte *grins*

      Lg Rina

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  2. Hallöchen Rina,

    wuhu ich bin völlig deiner Meinung! Ich habe das Buch zwar nicht gelesen und daher kann ich nicht feststellen was wie umgesetzt wurde, aber ich finde deine Einstellung dazu, dass man nicht immer alles 100 % nach Buch drehen kann völlig in Ordnung und sehe das auch so.

    Ich mag den Film auch sehr, hoffe die brauchen nicht so lange um die weiteren Teile zu drehen ^^

    Liebe Grüße
    Romi

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  3. Jannis Niewöhner hat für mich die beste schauspielerische Leistung abgegeben und war wirklich mein Gideon :)

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Hallo :)

schön das ihr auf meinem Blog gelandet seid! Wenn ihr wollt, dann könnt ihr mir einen Kommentar da lassen. Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen^^ Viel Spaß beim Stöbern!

- Sarina