Montag, 11. Februar 2013

(Rezension) "Wir beide irgendwann" von Jay Asher und Carolyn Mackler

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Mai 1996. Die 16-jährige Emma bekommt von ihrem Vater (der wieder einmal sein schlechtes Gewissen beruhigen möchte) ihren ersten eigenen Computer geschenkt. Ihr Freund Josh überlässt ihr außerdem noch eine CD-Rom von Aol, durch die sie bei Vetragsabschluss 100 Freistunden im Internet zu Verfügung gestellt werden. Natürlich lässt sie sich dieses Angebot nicht entgehen und installiert das Programm sofort. Schließlich, nach einer Downloadzeit von geschlagenen 97 Minuten, kann sie sich endlich einloggen und gelangt zufällig auf einer Website namens facebook. Nichts ahnend gibt sie loggt sie sich auch hier ein und findet sich auf dem Profil einer Emma Nelson Jones wieder, die ihr seltsam ähnlich sieht und am selben Tag Geburtstag hat wie sie. Neugierig wirft sie einen Blick weiter und stellt geschockt fest, dass sie mit 31 Jahren arbeitslos und unglücklich verheiratet sein wird. Josh hingegen, bislang alles andere als ein Frauenschwarm, wird das hübscheste und beliebteste Mädchen der ganzen Schule heiraten und zudem seinen Traumjob ergattern. Jedoch ist Emma nicht gewillt, tatenlos zuzusehen, wie sie in ihr eigenes Unglück läuft. Darum beschließt sie ihre Zukunft zu ändern und das Zusammentreffen mit dem Jungen zu verhindern, der sie später einmal unglücklich machen wird. Sie beginnt ganz bewusste Änderungen in der Gegenwart herbeizuführen. Doch der Versuch, in ihr Schicksal einzugreifen und dadurch ihr künftiges Facebook-Profil zu verändern, setzt eine nicht bedachte Kettenreaktion in Gang...

Der Schreibstil ist sehr schön flüssig, sodass sich die Seiten durchgängig und leicht lesen lassen und nur so dahin fliegen. Die Geschichte wird abwechselnd aus zwei Perspektiven, einmal aus der Sicht von Emma und einmal aus der Sicht von Josh erzählt. Die Kapitel sind kurz, wodurch das Lesen noch einmal erleichtert wird. Die handelnden Charaktere werden nicht bis ins letzte kleinste Detail beschrieben, Gefühle und Gedanken lassen sich dennoch gut nachvollziehen. Man ist von Anfang an in der Geschichte drin.


Was waren das noch für Zeiten in denen Downloads Stunden in Anspruch genommen haben und nicht gleichzeitig telefoniert werden konnte, wenn eine Internetverbindung bestand… Zeiten in denen das Internet plötzlich zum Modewort wurde. Vergleicht man das einmal mit unserem Umgang im Jahr 2013… Für viele Menschen weltweit sind das Internet und Soziale Netzwerke, wie Facebook, ein natürlicher Bestandteil des alltäglichen Lebens geworden. Unvorstellbar, dass vor knapp 17 Jahren kein einziger mit Smartphones, Ipads etc. unterwegs war. Wie wurde damals denn miteinander kommuniziert? Genau, dass erlebt man in diesem Buch. Wir machen sozusagen eine kleine nostalgische Zeitreise :)

Jay Asher und Carolyn Mackler entführen einen in das Jahr 1996 und schaffen es bereits nach wenigen Seiten mich zu fesseln.

Emma Nelson ist ein typisch 16-jähriger Teenager, der mit seiner Mutter und dessen neuem Mann Martin in Pennsylvania lebt. Ihr Vater hingegen lebt mit seiner neuen Familie im weit entfernten Florida.Von ihrem Verhalten her hat Emma mir anfangs nicht sonderlich sympathisch, da sie oft sehr egoistisch und selbstgefällig herüberkam. Außerdem hat mich gestört, dass sie nicht so richtig wusste, was genau sie eigentlich will, z.B. die Beziehung zu ihrem Freund Graham Wilde. In Wirklichkeit ist er für sie nicht anderes mehr als eine lästige Klette, die sie bei jeder Gelegenheit befummeln will. Aber obwohl sie sich dauernd vorgenommen hat mit ihm Schluss zu machen, hat sie’s immer weiter vor sich hingeschoben. Im Laufe der Geschichte macht sie jedoch eine gewisse Entwicklung durch, sodass ich sie einfach in mein Herz schließen musste.

Josh Templeton wohnt mit seinen Eltern gleich neben Emma, sodass sich die beide von Kindestagen kennen und bis vor kurzem die beste Freunde waren. Doch vor einem halben Jahr gab es einen Bruch zwischen Emma und Josh, seitdem Funkstille herrscht. Erst durch die AOL CD, die bei den Templetons im Briefkasten lag, kommen er und Emma wieder in Kontakt miteinander. Josh war mir im Gegensatz zu Emma von Anfang an sympathisch. Er ist wirklich ein lieber, zuverlässiger, aber auch eher schüchterner Typ, der nicht gerade zu dem Beliebtesten an der ganzen Schule gehört.

Deshalb glaubt Emma im ersten Moment auch an einen Scherz von Josh. Warum sollte sich z.B. dass hübscheste Mädchen an der ganze Schule für ihn interessieren. Das kann sich dieser doch nur ausgedacht haben. Als sie allerdings Josh die Internetseite zeigt, ist dieser genauso überrascht wie Emma, und denkt stattdessen, dass Emma ihn auf den Arm nehmen will. Der nächste Log-in beweist den beiden allerdings das Gegenteil! Denn nicht das sich Emmas Profil auf Facebook wieder verändert hat, auch Josh sieht auf einmal sein 30 Jahre älteres Ich. Die Neugierde ist geweckt. Und so verbringen die beiden wieder häufiger Zeit miteinander, um nach und nach die Geheimnisse von facebook zu erkunden. Da Emma im Gegensatz zu Josh überhaupt nicht mit ihren späteren Entscheidungen, insbesondere ihrer Partnerwahl zufrieden ist, versucht sie ganz bewusst ihre Zukunft zu ändern. Bei jedem Login verändert sich immer irgendetwas. Allerdings nicht nur bei ihr, sondern auch Joshs Zukunft, was diesem nicht unbedenklich erscheint und unbedingt verhindern möchte.

Auch die beiden besten Freunde von Emma und Josh (Kellan und Tyson) fand ich sehr humorvoll. Die vier kennen sind schon seit Jahren eine eingeschworene Clique, die schon vieles miteinander erlebt haben, jedoch auch unter dem distanzierten Verhältnis zwischen Emmas und Josh gelitten haben.

Insgesamt hat mir die Idee hinter der Geschichte sehr gefallen und sofort angesprochen.
Mir wurde nie langweilig und ich war immer voll in der Geschichte drin. Die Entwicklung von Josh und Emma zuzusehen, wie mit dem Wissen über ihre Zukunft umgehen, war einfach toll und gleichzeitig unterhaltsam. Das Ende, muss ich sagen, war für mich persönlich ein wenig absehbar, hat meinen Lesegenuss jedoch nicht geschmälert.


Das Autorenduo Asher/Mackler hat mit „Wir beide irgendwann“ eine wunderbare Geschichte geschaffen, in der es um wahre Freundschaft, Liebe und Zukunftsängste geht. Ich war von Beginn an völlig gefesselt und habe das Buch in einem Schwung durchgelesen. Außerdem macht man sich ganz unbewusst selbst Gedanken, wie man an Emmas und Joshs Stelle reagieren würde. Würde man auch alles tun, um seine Zukunft positiv zu beeinflussen, oder würde man sich seinem Schicksal fügen? Für mich der absolute "Must-Read"! Zum Schluss bleibt deshalb nur noch eine Frage: Wo ist der Like-Button?






Jay Asher ist der Autor des weltweiten Bestsellers "Tote Mädchen lügen nicht", der in über 30 Länder verkauft und u.a. für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde. Seinen neuesten Roman "Wir beide, irgendwann" verfasste er gemeinsam mit Carolyn Mackler. Er lebt in Kalifornien.  
[Quelle: randomhouse.de]





Carolyn Mackler wurde 1973 in New York City geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Mann und ihrem Sohn lebt. Sie schreibt Kurzgeschichten, Essays und Jugendbücher, für die sie in Amerika mehrfach ausgezeichnet wurde. Gemeinsam mit Jay Asher schrieb sie den Roma "Wir beide irgendwann". [Quelle: randomhouse.de]





 
 


Kommentare:

  1. Wirklich eine schöne, ausführliche Rezension!!
    Ich war genauso begeistert von dem Buch wie du! :D

    Liebe Grüße, Selina :)

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  2. Sehr schöne Rezension,das Buch steht noch auf meinem Sub.

    LG Lisa

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- Sarina