Mittwoch, 18. Januar 2017

(Leseeindruck) "Trust Again" von Mona Kasten

 
  
Auf dieses Buch habe ich mich wahnsinnig gefreut, sodass ich natürlich sofort mit dem Lesen beginnen musste, als ich es endlich in den Händen halten durfte. Die ersten Seiten von „Trust Again“ haben sich angefühlt, als hätte ich „Begin Again“ nie beendet. Dawn, Spencer, Allie und Kaden waren mir so nah, es kam mir vor, als würde ich alte Freunde wiedertreffen. Ich habe das Lesen wirklich von der ersten bis zur letzten Seite genossen, auch wenn mein Herz teilweise ganz schön in Mitleidenschaft gezogen wurde. Es gab mehr als eine Stelle, an der ich mit der Entscheidung eines Charakters nicht zufrieden war und ihm dafür – dass er mir und einem anderen Charakter solchen Herzschmerz zufügt – am liebsten Hals umgedreht hätte. Meine Wut ist allerdings schnell wieder verpufft, da ich die Gründe für dieses Verhalten doch nachvollziehen konnte.

Dawn mochte ich bereits in „Begin Again“ unheimlich gerne, hier habe ich sie aber nun endgültig in mein Herz geschlossen, auch wenn es im Laufe der Geschichte Momente gab, in denen ich sie nicht besonders mochte. Dawn ist eine selbstbewusste junge Frau, die allerdings auch eine sehr sensible und verletzliche Seite hat. Verletzlich meine ich in dem Sinne, dass sie sich schnell etwas zu Herzen nimmt und Angst davor hat zu viel von sich selbst bzw. ihrem Inneren preiszugeben. So weiß z.B. niemand von ihren Freunden, dass sie unter dem Pseudonym D. Lily Bücher schreibt und veröffentlicht. Sie möchte nicht verurteilt oder ausgelacht werden. Tja und dann wäre da noch die Sache mit ihrem Ex-Freund Nate. Sein Betrug hat tiefe Spuren bei ihr hinterlassen. Sie hat panische Angst einen Mann wieder so nahe an sich heranzulassen, da sie fürchtet von ihm genau so wieder verletzt zu werden. Also hält sie lieber alle männlichen Wesen – inklusive Spencer - auf Abstand, wobei es ihr bei ihm besonders schwerfällt, da die Anziehung einfach zu groß ist ;) Es gab viele Stellen, an denen ich kurz richtig wütend auf sie geworden bin und ich mich gefragt habe, wie sie Spencer nur mit Nate über einen Kamm scheren kann. Aber dann habe ich mich an ihre Gefühle und ihre Ängste erinnert und konnte nachvollziehen, warum sie so reagiert hat. Kompliment an Mona! Sie hat Dawns Gedanken und Gefühle so anschaulich herübergebracht, dass ich sie am eigenen Leib gespürt habe.

Ich war von Anfang an definitiv auf Spencers Seite, da man einfach gespürt hat, dass er wirklich an Dawn interessiert ist und sie sehr sehr gerne mag. Dass seine Gefühle so ernst sind, hat mich ein wenig verblüfft, da ich seine Annäherungsversuche in „Begin Again“ eher spaßig bzw. flirtend empfunden habe. Letzteres ist in ihrer Beziehung immer noch so. Dawn und Spencer albern viel miteinander rum und ziehen sich gegenseitig auf, aber man merkt, dass da mehr dahinter steckt. Und Spencer tut wirklich alles um Dawns Herz zu erobern, was ich richtig süß fand. (Mich hatte er schnell um den Finger gewickelt^^) Daher war ich teilweise auch so sauer, wenn Dawn aufgrund des schlimmen Betrugs ihres Ex-Freundes, Spencer mal wieder von sich gestoßen hat. Ja, sie ist tief verletzt worden, aber sieht sie denn nicht, dass sie mit ihrem Verhalten andere genauso verletzt? Spencer hat so was echt nicht verdient! Es gibt schon genug Kummer in seinem Leben…

Ich habe eine um die andere Seite verschlungen. Ich habe mitgefiebert, mitgehofft, mitgelitten, mich aber auch mitgefreut. Durch viele tolle und romantische Szenen zwischen Spencer und Dawn wurde mir immer wieder vor Augen geführt, dass die beiden einfach zusammen gehören. Mona Kasten hat die Anziehung bzw. tiefe Verbindung der beiden super dargestellt.

Darüber hinaus hat mir gefallen, dass wir erfahren durften, wie es mit Kaden und Ally weitergeht und sie auch sonst sehr präsent in der Geschichte sind. Wirklich überrascht hat mich Sawyer. Ich hatte sie als zickige Bitch in Erinnerung, doch in „Trust Again“ hat sie sich als tolle Freundin für Dawn erwiesen. Ich freue mich jetzt schon riesig auf „Feel Again“, da ich sie gerne noch näher kennenlernen möchte. Ebenfalls gefallen hat mir welchen Raum das Thema Schreiben in dem Roman eingenommen hat. Es ist Dawn’s große Leidenschaft, ihre Möglichkeit mit ihren Gedanken und Gefühlen zurechtzukommen. Richtig wohl habe ich mich im Schreibseminar bei Nolan gefühlt. Er ist ein ganz toller Dozent. Im Gegensatz zu Professor Walden schaut er nämlich nicht auf seine Studenten herab, sondern begegnet ihnen auf Augenhöhe. Außerdem ist es ihm wichtig ihre Talente zu fördern und in dem was sie tun zu bestärken.


Montag, 16. Januar 2017

(Leseeindruck) "Evolution - Der Turm der Gefangenen" von Thomas Thiemeyer

 
 
Bevor es an die eigentliche Geschichte ging, gab es einen kleinen Rückblick, in dem uns Thomas Thiemeyer die Ereignisse aus Band 1 kurz und prägnant zusammengefasst hat. Das fand ich gut, auch wenn ich selbst diesen Rückblick nicht gebraucht hätte. Da mich „Evolution: Die Stadt der Überlebenden“ so umgehauen hat, hatte ich alles Wesentliche noch im Gedächtnis.

Als es schließlich losging, hatte mich Herr Thiemeyer sogleich wieder am Haken. Die Geschichte setzt nahtlos an das Ende von Band 1 an, sodass man das Gefühl hatte, nie weggewesen zu sein. Von den Ereignissen war es im Vergleich etwas ruhiger, aber Langeweile kam trotzdem keine auf. Im Gegenteil! Die letzten Überlebenden gewähren Lucie, Katta, Zoe, Olivia, Marek, Paul und Arthur Unterschlupf und stellen sie dem Anführer Jarl Ansgar vor, dem ich gegenüber sofort misstrauisch war, da ich Zweifel hatte ob man ihm wirklich Vertrauen schenken kann. Sehr interessant waren die Einblicke, die wir in das Leben dieser Menschen bekommen haben. Dabei kam es nicht nur unsere Freunde sondern auch ich mir so vor als wären wir im Mittelalter gelandet – und das gilt nur für die Lebensweise, auch ihr Glaube ist ziemlich veraltet. Computer und andere Technologien werden z.B. als „böse“ und dürfen daher von keinem benutzt werden. Wie man sich vielleicht vorstellen kann, sind dadurch ersten Reibungspunkte entstanden. Hinzukam, dass der Glaubensführer unsere Freunden mehr als argwöhnisch beäugt hat. Die Gefahr war also noch lange nicht vorbei…

Auf diesen ersten Seiten und Kapiteln durften wir einige neue Erkenntnisse gewinnen z.B. dass wir uns noch weiter in der Zukunft (im Jahr 2599 um genau zu sein) befinden. Außerdem durften wir erfahren, dass Lucie und die anderen nicht die einzigen Zeitspringer sind bzw. waren, was sie natürlich neue Hoffnung hat schöpfen lassen.

Besonders aufregend und mitreißend waren jedoch die Kapitel, die wir aus Jem’s Sicht lesen durften. Jem, der am Ende von Band 1 von seinen Freunden getrennt wird, muss sich allein durch die Wildnis schlagen und ums nackte Überleben kämpfen. Mehr als einmal ist er in eine brenzlige Situation geraten, die ich atemlos mitverfolgt habe. Schließlich habe ich nur noch gehofft, dass er es ganz schnell zurück zu seinen Freunden schafft. Damit wären zwar auch nicht alle Probleme gelöst, aber es wäre zumindest mal ein Anfang.

Je weiter ich gelesen habe, desto schwerer fiel es mir das Buch auch mal aus der Hand zu legen, wobei ich das eigentlich auch gar nicht gewollt habe. Es spitzt sich nämlich einiges zu, sodass Lucie, Jem & Co. nichts anderes übrig bleibt, als erneut zu flüchten…

Thomas Thiemeyer hat seinen Weltentwurf toll weitergesponnen. Man kann sich ein immer besseres Bild von den Squids, das sind die Tiere, die den Menschen den Kampf angesagt haben, machen. Eine weitere Stärke der Geschichte sind die unterschiedlichen Charaktere. Sie wirken so lebensecht, da ihre Gedanken und Gefühle sehr authentisch dargestellt werden. Schön fand ich auch, dass man bei allen eine Charakterentwicklung sehen konnte bzw. andere Facetten kennengelernt hat. Der eine oder andere Charaktere hat mich überrascht - sowohl im positiven als auch im negativen Sinn.

Im hinteren Teil des Buches gab es eine Wendung, die mir ein mulmiges Gefühl bereitet hat, da ich noch nicht einschätzen kann ob die Folgen gut oder schlecht sind und ob ich mich in demjenigen die ganze Zeit getäuscht habe. 
 (Ich fand Band 1 einen Tick besser!)